Schon seit „Urzeiten", seitdem der Mensch angefangen hat, „schöne Dinge" zu sammeln hat er offensichtlich auch den Bernstein gesammelt und als begehrtes Tauschobjekt weitergegeben, war es doch mit wenigen Handgriffen möglich ein Amulett oder ein anderes Schmuckstück daraus herzustellen.

Mehrere Bernsteinstrassen verliefen durch Europa, die bedeutendste von allen verband aber die Küsten der Ostsee mit Aquileia.

Die ältesten schriftlichen Nachrichten über den Bernstein finden wir in einer Inschrift des Königs Asurnazirpal der von 883 bis 860 v.Chr. in Assyrien im Zwischenstromland regiert hatte, bei den Phöniziern und bei den Griechen, die wohl seine elektrostatischen Eigenschaften erkannt hatten, und ihn deshalb Elektron genannt hatten. Zur Zeit Alexander des Großen soll der Seefahrer Pytheas aufgebrochen sein, die Heimat des Bernsteins aufzusuchen, so groß war das Interesse an diesem Halbedelstein, der an der Ostseeküste so häufig vorgekommen ist, wie nirgends auf dieser Welt.

Tacitus berichtet von den an der Küste des suevischen Meeres, der heutigen Ostsee lebenden Ästuern, den Esten, dass sie den Bernstein „Glessum" - daß unser „Glas" die gleiche Wortwurzel hat, dürfen wir getrost annehmen - genannt hatten und daß sie einen recht schwunghaften Handel damit betrieben hatten.