Die Bernsteinstraße in Österreich

„Amber“ oder „Ambra“ wurde er auch genannt und in Italien, in Spanien und in England ist diese Bezeichnung noch heute geläufig. Obwohl auch in anderen Gegenden dieser unserer Welt Bernstein vorkommt und auch abgebaut wird, gibt es nirgends ein derart massives zu Tage treten von Bernstein wie an den Küsten der Ostsee und dementsprechend intensiv war auch der Handel der entlang der frühgeschichtlichen Altstraßen, eine der wichtigsten war wohl die durch unser östliches Weinviertel führende Bernsteinstraße entlang der March, mit diesem Halbedelstein betrieben worden war.

Seit wann die „Bernsteinstraße“ von Menschen „befahren“ wurde, wissen wir nicht wirklich genau, doch dürfen wir getrost annehmen, daß schon lange vor den Römern entlang des uralten Verkehrsweges nahe der March Handel betrieben wurde. Zahlreiche Bodenfunde aus prähistorischer Zeit belegen diese Annahme.

Von den frühesten, bis in die mittlere Steinzeit, also etwa bis 26.000 vor Christi, zurück reichenden Siedlungsspuren in Stillfried und Depotfunden, darunter verstehen wir von frühen „Handwerkern“ angelegte Warenlager, im östlichen Weinviertel, bis zu den drei Grabhügeln aus der Hallstadtzeit nahe Bernhardsthal. Natürlich dürfen wir uns unter der "Bernsteinstraße" nicht die befestigte, mittels Asphalt oder Beton versiegelte Fahrbahn mit genauem, gleichbleibenden Verlauf vorstellen, wie wir sie heute benutzen, handelte es sich doch bei diesen Altstraßen eher um Naturpfade, der Form des Geländes angepasst

Meist in Höhenlage, gesichert durch Aussichtswarten, führten diese Straßen unsere Vorfahren von Stützpunkt zu Stützpunkt, waren doch die Flußsenken fast ständig unter Wasser oder zumindest weitläufig von Morast und Sumpf begleitet.

Wie in anderen Gegenden auch ist der - zumindest zeitweilige - Verlauf der Bernsteinstraße an Flurnamen abzulesen, die bis in unsere Tage erhalten geblieben sind: Von der Flur „Hoher Weg“ bei Götzendorf über „Hochstraß“ nahe Zistersdorf bis zur Flur „Am Steinweg“ die uns an Hausbrunn und der Wüstung Schönstraß vorbeiführt, einer auch schon seit Jahrhunderten verschwundenen Siedlung deren Name ebenfalls auf eine uralte Straße schließen läßt. Erst viel später, zur der Zeit etwa, da die Römer unmittelbar an der die Nordgrenze ihres Reiches markierenden Donau das Legionslager Carnuntum angelegt hatten, sind auch die alten Handelswege in die Talsenke verlegt und befestigt worden.